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Wir waren drin! Rogue One – A Star Wars Story

Geschrieben von Daniel Niedermayr

Ja, wir haben den Film gesehen. Nein, keine Spoiler. Hier erstmal unsere Gedanken vor dem Kinobesuch:

„Eine Nebengeschichte, bevor es mit Star Wars VIII weiter geht?“

– Jeder, der „Das Erwachen der Macht“ gesehen hat, will wissen, wie es weiter geht. Warum sollte man sich dann mit einem Film, der vor dem ersten „Star Wars“ von 1977 spielt, abgeben? Nun, zum einen bekommen wir die Fortsetzung ohnehin und zum anderen: Wenn Rogue One ein guter Film ist, warum dann nicht das Extra Goodie mitnehmen? An unsere Ungeduld wird sich keiner mehr erinnern, wenn die dritte Trilogie und noch einige Neben- Storys veröffentlicht sind.

„Schon wieder eine weibliche Hauptfigur?“

– Dass jetzt gleich zwei weibliche Protagonisten im Star Wars Universum auftreten, stößt einigen Fans schwer auf, aber das ist das gleiche, als wenn der dunkelhäutige Captain Benjamin Sisko von Deep Space Nine keine holografische Nachbildung einer Bar von 1962 betreten will, weil Afroamerikaner damals keinen Zutritt zu solchen Etablissements hatten (Staffel 7, Folge 15 „Badda-Bing, Badda-Bang“). Sich dem Kampf um die Rechte von Schwarzen oder Frauen bewusst zu sein, ist eine Sache – es zum Streitthema zu machen, obwohl es eben KEIN Problem darstellt, ist, als würde man über Fleisch vs Fisch debattieren, obwohl sowieso alle Vegetarier sind. Sicher, manche Menschen sind ignorant gegenüber Gleichberechtigung und denen muss man auf die Füße treten, aber sehr viel klarer als eine starke Frauenfigur in Star Wars (erinnere mich da auch noch an eine toughe Prinzessin mit Laserpistole) oder ein schwarzer Captain… Da braucht sich niemand mit brüsten, wie fortschrittlich man ist. Die Botschaft ist: Seid doch froh, dass das jetzt Normalität ist.

Nach dem Kinobesuch:

Die Stärken:  Großartige Schauspieler bei den Nebenfiguren (auch beim Hauptgegner) und da reichen nicht mal die Finger an einer Hand, um die alle aufzuzählen. Optik wie immer fabelhaft. Fantastische musikalische Untermalung von Komponist Michael Giaccino (Star Trek 2009).

Die Schwächen: Geradliniger Plot mit blassen Hauptfiguren. Als ich das Kinoplakat sah, fand ich es toll, dass die Protagonistin im Vordergrund steht, aber viel zu viele Nebenfiguren unten drunter. Nach dem Film war mir klar: Die Nebenfiguren sind das beste, sie hätten das ganze Plakat zu einem Team-Up ala Suicide Squad machen sollen. Schwache Gastauftritte als Fan-Service. Darf da leider nicht ins Detail gehen, aber mancher wird das Wiedersehen mit klassichen Figuren großartig finden. Ich finde, Prequel hin oder her, wenn die Figuren nicht wichtig sind, dann muss man die auch nicht rein quetschen.

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Meine Erwartungen waren eher niedrig angesetzt, da ein Prequel schon eingeschränkt ist, was das Erweitern eines Franchise angeht. Dass mich dann das Schauspiel der weiblichen Protagonistin so enttäuscht, war eine Überraschung. Die Nebenfiguren waren auch eine, aber im positiven Sinne. Mich konnte vor allem die Emotionalität der Hauptfigur nicht überzeugen. Tough wie Han Solo im einen Augenblick, schluchzend im nächsten, im dritten romantisch… Es mag ja sein, dass Frauen mehr zu ihren Gefühlen stehen, aber ich würde sie dann im Film auch bitte nachvollziehbar machen.

Man merkt deutlich, dass es den Produzenten an Mut fehlt und man lieber auf Nummer sicher gehen will, wenn Millionen an Produktionskosten auf dem Spiel stehen. Gerade Star Wars hat ein hohes Erwartungsniveau, das befriedigt werden will und da ist bereits ein mittelguter Film ein voller Erfolg. Mit dem gleichen Problem hat auch Marvel zu kämpfen, aber Mut allein macht ja auch keinen guten Film.

Daher von mir die Note: „Besser als erwartet – aber immer noch weit unter seinem Potential“. Sollte man sich das Ganze ansehen? Es ist Star Wars, daran kommt man nicht vorbei. Aber wenn du vor der Wahl stehst, dann würde ich lieber zu einem Film tendieren, dessen Handlung man sich nicht vorher schon ausmalen kann.

 

Bilder: Copyright: 2016 Lucasfilm Ltd. & ™, All Rights Reserved.

Über den Autor

Daniel Niedermayr

Hallo! Mein Name ist Daniel (32) und ich bin leidenschaftlicher Trekkie. Und Brony. Und Pädagoge. Und… Ach, lassen wir das. Was mich an Filmen fasziniert, ist die menschliche Vorstellungskraft – Nicht nur was die Größe und Details der imaginären Welten angeht, sondern die Botschaften. So manch ein Film mag für oberflächliche Unterhaltung angesehen werden, doch hat die Welt des einen oder anderen Individuums maßgeblich beeinflusst. Ist das gut? Ist das schlecht? Es ist keins von beiden – es ist das, was wir daraus machen. Und daher schreibe ich Film Reviews.

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