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Star Trek: Discovery endlich auf Netflix

Geschrieben von Daniel Niedermayr

Oje, was soll man da als Trekkie sagen? Die Lizenz hüpft ja durch so manche Finger und was man am öftesten von den Machern hört, ist: „Ach die Fans wissen ja selber nicht, was sie wollen“. Korrekt, viele Trekkies tun sich schwer damit, ihre Faszination in Worte zu fassen. Aber wenn sie es sehen, dann wissen sie ganz genau, was sie gut oder schlecht finden. Und das wird den Machern demnächst ordentlich um die Ohren fliegen.

„Star Trek: Discovery“ hat jetzt die ersten Folgen auf Netflix ausgestrahlt und der gemäßigte Hype um die Trailer hat sich jetzt auf eine noch gemäßigtere Stimmung reduziert. Die einen sind einfach nur froh, irgend etwas Star Trek mäßiges zu bekommen, die anderen vermissen den gewohnten Stil. Das Raumschiff Discovery ist nicht mal in den ersten Folgen zu sehen und die Klingonen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Die Gerüchte, dass Discovery schon vor der Veröffentlichung von der Produktionsfirma abgesägt wurde (ala „wir gucken mal, ob die erste Staffel ein Hit wird, aber im Grunde ist uns klar, dass es ein Flop wird und wir schauen uns nach etwas Besserem um“), werden wahrscheinlich wahr werden und Discovery Co-Produzent Nicolas Meyer arbeitet offenbar bereits an einem neuen Trek- Konzept (auf Meyers Schultern lagen viele Hoffnungen, da er die Kinofilme Star Trek II und Star Trek VI schuf). Netflix überlegt bereits, ob es klagen soll, da es „Discovery“ im Glauben gekauft hat, dass dies das neue große Ding im Star Trek Universums sei und nicht nur eine Eintagsfliege.

Der ursprüngliche Discovery Frontmann Bryan Fuller hat das Projekt schon vor längerem verlassen und sagte ursprünglich, es läge daran, dass er mit seinen anderen Serien so viel zu tun hätte. Da er jedoch bis zu diesem Punkt alles daran gesetzt hat, Star Trek wieder ins Fernsehen zu bringen, ist diese Rechtfertigung alles andere als plausibel. Mittlerweile hat er zugegeben, dass er nicht die künstlerische Freiheit hatte, die er sich für die Serie gewünscht hat. Er wollte unbedingt das schaffen, was „American Horror Story“ für das Horror Genre geschafft hat. Einen neuen Impuls geben und mutig sein. Da hat ihm allerdings das Studio einen Strich durch die Rechnung gemacht, welches ein typischeres Format bevorzugt.

Hier mal die Dinge, die ich jedem ans Herz legen möchte, der eine Star Trek Serie produzieren möchte:

  • Die Hauptfiguren sind unsere Helden. Sie morden nicht, sie sind nicht rassistisch, sie haben Mitgefühl, sie sind intelligent, sie streiten nicht kleinlich herum.
  • Das Raumschiff ist ein Charakter. Man leidet mit ihm. Es ist nicht nur ein hübscher Ort oder ein Action- Vehikel.
  • Ein Bösewicht ist nicht von Grund auf böse. Er hält sich selber für einen Guten und hat nachvollziehbare Motive.
  • Aliens und Roboter sind nicht da, weil sie skuril oder exotisch sind. Sie sind da, um der Menschheit den Spiegel vorzuhalten oder eine neue Perspektive zu geben.
  • Der Plot sollte keine Aneinanderreihung von Geschehnissen sein, sondern die Geschehnisse sollten in einem sinnvollen Zusammenhang stehen.
  • Jede Episode sollte eine Lehre haben. Wofür steht diese Episode? Woran erinnere ich mich später? Wenn der Titel der Folge nichtssagend ist, dann liegt das wohl daran, dass die Episode nichtssagend ist.

Fazit: Für Trekkies ist es bereits eine gewohnte Situation sich selbst fragen zu müssen: „Ist die Serie wirklich schlecht oder bin ich nur voreingenommen, weil nichts so gut wie das Original sein kann?“. Selbst bei „Star Trek The Next Generation“ hieß es, die Serie wird nie so gut wie Kirk und Spock. Und dann war es ein riesen Hit. Auch bei „Star Trek: Deep Space Nine“ hieß es, es wird nie so gut wie die Next Generation. Mittlerweile gilt DS9 als eine der besten Trek Serien. Oder bleibt uns am Ende nur, die schlechtesten Serien zu vergleichen? Seh ich mir lieber noch einmal ENTERPRISE an, bevor ich mich mit Discovery abgebe?

Bild:  © CBS Television Studios

Über den Autor

Daniel Niedermayr

Hallo! Mein Name ist Daniel (32) und ich bin leidenschaftlicher Trekkie. Und Brony. Und Pädagoge. Und… Ach, lassen wir das. Was mich an Filmen fasziniert, ist die menschliche Vorstellungskraft – Nicht nur was die Größe und Details der imaginären Welten angeht, sondern die Botschaften. So manch ein Film mag für oberflächliche Unterhaltung angesehen werden, doch hat die Welt des einen oder anderen Individuums maßgeblich beeinflusst. Ist das gut? Ist das schlecht? Es ist keins von beiden – es ist das, was wir daraus machen. Und daher schreibe ich Film Reviews.

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