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Europäischer Sci-Fi: Valerian betritt den Ring

Geschrieben von Daniel Niedermayr

Im Kampf ums Publikum sind amerikanische Produktionen das A und O. Bruce Willis, Johnny Depp, Brad Pitt… Deutsche oder französische Filme sind da eher etwas für Kunstbegeisterte oder Intellektuelle. Das große Geld macht allerdings die Unterhaltungsindustrie mit Blockbustern und in diesem Gebiet wird vielen nicht mal bekannt sein, dass „Das fünfte Element“ eine europäische Produktion des Franzosen Luc Besson war (der kommerziell erfolgreichste europäische Film mit 260 Mio $ Einspielergebnis).

Auch „Valerian“ ist europäisch. Und von Luc Besson. Und er macht das, was man sich von Amerika gehofft hatte: Er konzentriert sich nicht auf die Kohle, die er mit einer lieblosen Kopie machen kann, sondern konzentriert sich auf die Fans und das Ursprungsmaterial. Und jetzt das Ergebnis:

„Valerian“ ist an den Kinokassen gefloppt. Und damit sind hauptsächlich amerikanische Kinos gemeint (der Hauptmarkt, auf dem man bestehen muss). Das Problem: „Wer zur Hölle ist Valerian?!“. Die Amerikaner mögen Neues nur, wenn es auch wirklich neu ist und Valerian ist eine Comic-Adaption, die auf Heften beruht, die es bereits 1967 gab. Die Geschichten können nicht neu sein, wenn man sich an das Original hält. Optisch ist „Valerian“ so gut wie jeder andere Streifen (und das Niveau ist hoch).

Also wenn der „Normalo“-Zuschauer nicht gefesselt ist, warum haben dann die Fans den Film nicht gerettet? Tja, weil auch die Fans jede Menge auszusetzen haben. Man kann sich zwar an das Original halten, aber ob man die Magie der Kindheit einfängt, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Valerian bekommt ihr seit dem 30.11.2017 für euer Heimkino auf DVD und Blu-Ray!

Fazit: Europa wird lange warten können, bis wieder jemand versucht, einen europäischen Sci-Fi-Film zu machen. Ideen und Künstler gibt es genug, aber wenn „Valerian“ floppt, wer soll sich dann noch trauen, genug Geld zu investieren, um mit Amerika mithalten zu können? Ist „Valerian“ jetzt ein guter Film oder nicht? Ja, er ist gut. Aber ich kann nichts aufzählen, was mich besonders begeistert hat oder was besonders schlecht war. Sucht ihr kurzweilige Sci-Fi-Unterhaltung, dann seid ihr richtig. Und wer jetzt sagt „<Das fünfte Element> war doch auch kurzweilige Unterhaltung, was ist der Unterschied?“, dann kann ich es am ehesten an den Sprüchen festmachen: Bruce Willis, der den Job von einem eingefrorenen Colonel annimmt, „Multipass“, Gary Oldman als Zorg, der Gesang von Plavalaguna… Im Vergleich dazu Valerian, bei dem mir absolut nichts einfällt, obwohl ich ihn gestern erst gesehen habe. -_-*

Keine Bewertung, denn es wäre auf jeden Fall unfair. Man müsste allein für den europäischen Versuch Punkte geben oder die Höchstpunktzahl für die Optik oder das Originalmaterial. Aber am Ende ist es kein Film, der im Gedächtnis bleibt. Aber immer noch besser als der Sci-Fi-Streifen „John Carter“ von 2012.

PS: Und wie immer zum Schluss etwas zur Story: Agent Valerian und Partnerin Laureline sorgen für Ordnung im Universum und das mit Witz und Charisma. Doch was im Zentrum der gigantischen Weltraumstadt „Alpha“, dem größten bekannten Kultur- und Wirtschaftszentrum, vor sich geht, ist auch ihnen ein Rätsel. Am Ende müssen sie sich entscheiden: Kämpfen sie für für ihr Volk oder für die Gerechtigkeit.

Bild: © 2017 UNIVERSUM FILM GMBH

Über den Autor

Daniel Niedermayr

Hallo! Mein Name ist Daniel (32) und ich bin leidenschaftlicher Trekkie. Und Brony. Und Pädagoge. Und… Ach, lassen wir das. Was mich an Filmen fasziniert, ist die menschliche Vorstellungskraft – Nicht nur was die Größe und Details der imaginären Welten angeht, sondern die Botschaften. So manch ein Film mag für oberflächliche Unterhaltung angesehen werden, doch hat die Welt des einen oder anderen Individuums maßgeblich beeinflusst. Ist das gut? Ist das schlecht? Es ist keins von beiden – es ist das, was wir daraus machen. Und daher schreibe ich Film Reviews.

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