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Marvels Black Panther – Rapmusik trifft auf 60er Jahre Comics

Daniel Niedermayr
Geschrieben von Daniel Niedermayr

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Wie man’s macht, macht man’s verkehrt. Marvel Filme kämpfen schon lange mit der Gratwanderung zwischen modernem Actionspektakel und den Ansprüchen der Comic Fans. Black Panther wirbt in seinem Trailer mit fetziger Rapmusik und Action, der Film selbst orientiert sich dann aber mehr an den Themen des Comics, sprich dem Hintergrund des Afrikastaates Wakanda und seinem König T’Challa.

Wakanda ist ein technologisch fortgeschrittenes Reich, dass seine Macht verheimlicht, um nicht in die kindischen Konflikte der wenig fortgeschrittenen Staaten hineingezogen zu werden. Sein König T’Challa ist weise und gerecht, was ihn nicht selten in Konflikt mit den Avengern bringt, die schneller mit dem Finger am Abzug sind.

Mir hat sehr gut gefallen, dass man endlich mal das Quellmaterial recherchiert hat und keinen weiteren Helden- Abklatsch ins Rennen schickt. Captain America, Iron-Man, Thor, Hulk… Fast alle Marvel Ikonen kommen in ihren ursprünglichen Comics besser weg als ihre Film Counterparts. Zum einen weil sie im Original viel stärkere Schwächen aufweisen (Z.B. war Tony Stark Alkoholiker, Deadpool hält eine blinde Frau gefangen, Hulk ist als Bruce Banner ein wimmerndes Etwas, Wolverine ist nur 1,60 groß und riecht streng…), zum anderen sind auch ihre positiven Seiten viel stärker ausgeprägt (Thor ist viel erwachsener und die Helden agieren generell intelligenter, da in den Comics nicht so viel Zeit bleibt, um im Dunkeln zu stochern). Black Panther wird hingegen im Film sehr gut getroffen, da er auch keine so komplexe Hintergrundgeschichte hat.

Fast immer wenn eine Marvel Figur seinen Film Einstieg bekommt, läuft es auf eine klassische Geschichte dieser Figur hinaus bzw auf eine Konfrontation mit seinem größten Feind. Ich finde das etwas schade, da es viel bessere Geschichten gäbe, die auch für mehr Überaschungen sorgen würden. Statt großen Schlachten hätte ich lieber etwas für den Kopf (Ich hätte mich sehr über King Cadaver als Gegenspieler gefreut, der in Anlehnung an den Voodoo Kult Leichen auferstehen lässt. Um ihn zu schlagen, muss man den eigenen Ekel vor dem Tod überwinden).

Nichtsdestotrotz für Marvel Fans wie für Neueinsteiger ein Muss, etabliert der Film doch eine der Grundfesten der Marvelkultur neben Fantastic Four, Spider-Man, X-Men, Avengern und Guardians of the Galaxy. Fehlt eigentlich nur noch Namor, wenn man Deadpool, Punisher & Co nicht zu den weltpolitisch wichtigen Figuren zählt.

Fazit: Marvel hat abgeliefert. Die Balance zwischen Action und Respekt gegenüber dem Original ist gelungen. Die Formel für das richtige Marvel Feeling ist aber immer noch nicht ganz richtig. Wann bekomme ich einen Marvel Film zu sehen, der die Stärken des Originals wiederspiegelt, ohne dabei die Gelegenheitszuschauer vor den Kopf zu stoßen? Selbst Deadpool hat im Kino noch so einiges von seinem Comic Vorbild zu lernen.

PS: Nach dem Film gibt es ZWEI After-Credit Filmsequenzen.

Marvel’s Black Panther läuft ab dem 15.02.2018 in den deutschen Kinos!

Trailer:

 

Alle Bilder: Marvel Studios‘ BLACK PANTHER Ph: Film Frame..©Marvel Studios 2018

 


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Über den Autor

Daniel Niedermayr

Daniel Niedermayr

Hallo! Mein Name ist Daniel (33) und ich bin leidenschaftlicher Trekkie. Und Brony. Und Pädagoge. Und… Ach, lassen wir das. Was mich an Filmen fasziniert, ist die menschliche Vorstellungskraft – Nicht nur was die Größe und Details der imaginären Welten angeht, sondern die Botschaften. So mancher Film mag für oberflächliche Unterhaltung angesehen werden, doch er hat die Welt des Einen oder Anderen maßgeblich beeinflusst. Ist das gut? Ist das schlecht? Es ist keins von beiden – es ist das, was wir daraus machen. Und daher schreibe ich Film Reviews.

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