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Das Zeiträtsel – 1962 Buchverfilmung mit Oprah & Chris Pine

Daniel Niedermayr
Geschrieben von Daniel Niedermayr

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Erwartung: 2 von 5 Sternen / Ergebnis 4 von 5 Sternen

„Das Zeiträtsel“ handelt weder von „Zeit“ noch von einem „Rätsel“. Der Trailer verführt stattdessen eher dazu, den Film mit den „Chroniken von Narnia“ gleichzusetzen. Und die Besetzung mit dem als Captain Kirk (Star Trek 2009) bekannten Chris Pine und Oprah Winfrey scheint man eine schwache Handlung mit einer Star-Besetzung wettmachen zu wollen.

Warum dann 4 von 5 Sternen? Ich muss fairerweise zugeben, dass „das Zeiträtsel“ nicht mit anderen Filmen mithalten kann, denen ich auch 4 von 5 Sterne geben würde. Aber in diesem Fall muss man bedenken, dass „Das Zeiträtsel“ einem bestimmten Genre angehört, innerhalb dessen es auch nur bewertet werden sollte.

Richtig stark wird im Bereich Emotionalität gepunktet und das ist nun mal nicht jedermanns Sache. Im Gegensatz dazu halte ich persönlich Emotionalität für eines der wichtigsten Kriterien für einen guten Film. Auch wenn bei den positiven Gefühlen, dem Staunen vor wundersamen Wesen, phantastischen Landschaften und der Liebe zu den Eltern, etwas dick aufgetragen wird (nach amerikanischer Manier, die man auch kitschig finden kann), bei den negativen Szenen (Mobbing/ Verlustängste/ Einsamkeit) trifft der Film ins Schwarze. Wie gehen wir, bzw. wie gehen Kinder mit der dunklen Seite um, die in uns allen steckt?

Die Geschichte stammt aus dem Roman „A Wrinkle In Time“ (1962) und handelt von der 15-jährigen Meg, deren Vater bei einem Experiment spurlos verschwunden ist. Vier Jahre später tauchen drei kuriose Damen auf, die Meg helfen wollen, ihren Vater inmitten der endlosen Dimensionen des Kosmos aufzuspüren. Dabei gilt es sich einer Dunkelheit zu stellen, die alle Dimensionen und auch die Erde beeinflusst.

Hervorzuheben ist die Darbietung des jüngerne Bruders Charles Wallace, dessen 10-jähriger Darsteller seine Rolle so gar nicht zu schauspielern scheint, sondern eine Leichtigkeit an den Tag legt, dass man meinen könnte, Chris Pine müsse im Vergleich dazu ein paar Nachhilfestunden in Schauspielerei nehmen.

Beim physikalischen Hintergrund des „quantum entanglements“ hat man sich einer realen Begebenheit bedient, die leider schlussendlich nicht konsequent dargelegt wurde. Klar, was hat echte Physik in einem Kinderfilm zu suchen? Aber wenn die Lehre des Films überzeugen soll und wenn es diese wundervolle Wissenschaft tatsächlich gibt, warum sie dann nicht ernst nehmen? „Quantum Entanglement“ bedeutet im Grunde nur, dass 2 Partikel weit voneinander entfernt sein können, aber trotzdem im Grunde eins sind. Man kann sie nicht unabhängig voneinander sehen und was dem einen geschieht, passiert auch dem anderen. Wer hier die emotionale Metapher zu einem Mädchen, das ihren Vater vermisst, nicht sieht, der kann es auf den Film schieben, denn in ihm wird der Physik nur eine kurze Szene gewidmet und in dieser wird Chris Pine dafür ausgelacht.

Die drei Damen sind „astrale Reisende“ (astral travellers) und sorgen für jede Menge Witz, Faszination und Menschlichkeit. Sie überschatten jedoch keineswegs die Reise der Jugendlichen, die einen Großteil der Handlung auf sich allein gestellt sind. Der Weg aus der Düsternis zurück ins Licht sollte uns allen einen Tritt in den Hintern geben und auf keinen Fall sollten wir die Ideale des Films als leichte Kino-Kost abtun. Wenn auch nur ein einziger Zuschauer, egal ob Kind oder Erwachsener, verstanden hat, was hier übermittelt werden sollte, dann ist die Welt nicht so verloren, wie sie manchmal scheint.

Der Film läuft ab dem 05. April in den deutschen Kinos!

Trailer

 

Bilder: © 2017 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved..


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Über den Autor

Daniel Niedermayr

Daniel Niedermayr

Hallo! Mein Name ist Daniel (33) und ich bin leidenschaftlicher Trekkie. Und Brony. Und Pädagoge. Und… Ach, lassen wir das. Was mich an Filmen fasziniert, ist die menschliche Vorstellungskraft – Nicht nur was die Größe und Details der imaginären Welten angeht, sondern die Botschaften. So mancher Film mag für oberflächliche Unterhaltung angesehen werden, doch er hat die Welt des Einen oder Anderen maßgeblich beeinflusst. Ist das gut? Ist das schlecht? Es ist keins von beiden – es ist das, was wir daraus machen. Und daher schreibe ich Film Reviews.

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