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Disneys Aladdin – Von Guy Ritchie?

Daniel Niedermayr
Geschrieben von Daniel Niedermayr

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Die ersten Bilder von Will Smith als blaues Zauberwunder „Genie“, der Flaschengeist, haben nicht gerade Begeisterung ausgelöst. Ähnlich wie die CGI Version von „Sonic, the Hedgehog“ (Ab 8. November im Kino) brüskiert das neue Design eingefleischte Fans und lässt schon im Vorfeld vermuten, dass man hier mit einem bekannten Gesicht Geld scheffeln will. Wir haben die englische Originalversion bereits gesehen und können euch beruhigen: Unser Mann Guy Ritchie hat es geschafft, einem Disney Klassiker neues Leben einzuhauchen, ohne die Stärken des Originals zu verlieren.

Mena Massoud als Aladdin und Naomi Scott als Jasmine in Disney’s live-action ALADDIN, directed by Guy Ritchie. ©2019 Disney. All Rights Reserved.

Guy Ritchie ist den meisten Cineasten als Regisseur und Drehbuchautor von harten, britischen Gangsterfilmen ein Begriff. „Bube, Dame, König, Gras“ (1998), „Snatch“ (2000), „Revolver“ (2005) und „Rock N Rolla“ (2008) sind alles perfekte Zeugen für Guy Ritchies Können. Auch Robert Downey Jr. Fans dürfen Guy Ritchie für seine Version der Sherlock Holmes Filme (2009 & 2011) dankbar sein.

Inhaltlich hält sich die Realverfilmung von Aladdin sehr an das Original, was viele Disney Fans im Vorfeld kritisieren, da man ja den gleichen Film nicht noch einmal sehen will. Andererseits sind gerade die Songs eine der großen Stärken im Zeichentrickfilm von 1992 und daher bin ich sehr froh, dass man zwei hervorragende Schauspieler und Sänger für die Rollen von Jasmin (Naomi Scott) und Aladdin (Mena Massoud) gefunden hat. Da bleibt nur zu hoffen, dass man in Deutschland nicht notgedrungen alles umdichten muss, um lippensynchron zu sein. Gerade bei Wills Smith Synchronstimme Jan Odle bin ich nicht sicher, ob er mit 55 noch mithalten kann.

Will Smith als Genie. ©2019 Disney. All Rights Reserved.

Gegner und Großvisir Jaffar war im Zeichentrick ein hervorragender Gegner, der nicht nur Kindern Angst einjagte. Leider verblasst die Darstellung von Marwan Kenzari im Vergleich dazu. Ständig wenn er zu sehen war, habe ich mich gefragt, was wohl gerade Ben Kingsley treibt. Auch die computeranimierten Tierfreunde Abu (der Affe), Rajah (der Tiger) und Jago (der Papagei) kommen nicht so charismatisch weg wie im Original, da ihre Sprechrollen deutlich eingeschränkt wurden, um die realistische Illusion nicht zu gefährden.

Marwan Kenzari als Jafar. ©2019 Disney. All Rights Reserved.

Doch zurück zu den Stärken. Die Realverfilmung ist mindestens so gut wie Disneys Klassiker, wenn nicht besser. Will Smith ist nicht nur ein Aushängeschild, sondern hat den Spaß seines Lebens. Offensichtlich versteht er sich glänzend mit Guy Ritchie und bekam viele Freiheiten, um dem Film seinen Flair zu verleihen. Ich habe Will Smith seit „Prinz of Bel Air“ nicht mehr so locker gesehen. Selbst seine Darstellung in „Independence Day“ erscheint im Vergleich hölzern. Um die fehlenden Gags der drei tierischen Freunde auszugleichen, bekommt Smith einen neuen Partner für lustige Momente, die fabelhafte Zofe von Prinzessin Jasmin. Und um den fliegenden Teppich nicht zu vergessen: Er ist 1 zu 1 der loyale Freund, wie wir ihn aus dem Zeichentrick kennen.

©2019 Disney. All Rights Reserved.

Fazit: Egal, ob man sich die Szene ansieht, in der Aladdin mit Jasmin zum ersten Mal auf dem Teppich fliegt oder Jaffar seine teuflische Zauberei aufführt, in einer Realverfilmung kommt alles viel bildgewaltiger rüber. Der Humor ist anders, aber genauso gut. Die Story mag bekannt sein, aber das stört überhaupt nicht. Wenn jemand weiß, wie man einen Dieb auf die Leinwand bringt, dann Guy Ritchie. Und wenn man weiß, wie man einen Genie spielt, dann Robin Williams. Doch leider steht uns dieser Meister nicht mehr zur Verfügung, daher hat Will Smith alles getan, um uns darüber hinwegzutrösten. Vielen Dank für einen grandiosen Film.

Ab dem 23. Mai in den deutschen Kinos

Trailer:


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Über den Autor

Daniel Niedermayr

Daniel Niedermayr

Hallo! Mein Name ist Daniel (34) und ich bin leidenschaftlicher Trekkie. Und Brony. Und Pädagoge. Und… ach, lassen wir das. An Filmen fasziniert mich die menschliche Vorstellungskraft. Nicht nur was die Größe und Details der imaginären Welten angeht, sondern die Botschaften. Man mag so manchen Film für oberflächliche Unterhaltung halten, doch haben sie für den Ein oder Anderen einen maßgeblichen Einfluss. Ist das gut? Ist das schlecht? Es ist keins von beiden. Es ist das, was wir daraus machen. Und daher schreibe ich Reviews.

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