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Christian Bale führt Ford im 24 Stunden Rennen von Le Mans zum Sieg

Daniel Niedermayr
Geschrieben von Daniel Niedermayr

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Ihr seid schon richtig, das hier ist die Filmreview zum kommenden Kinohit „Le Mans 66“. Der Titel klingt so einfach besser als „Le Mans – Demnächst im Kino“. Keine Angst, wir haben keine Spoiler im Titel. Ob es Christian Bale ins Ziel schafft, werdet ihr wohl erst im Kino herausfinden.

© 2019 Twentieth Century Fox

Okay, was haben wir? Der ur-amerikanische Autohersteller Ford hat als einer der ersten die Fließbandproduktion eingeführt (1913) und gilt daher als ein Eckpfeiler amerikanischer Wirtschaft und Kultur. Doch trotz der hohen Umsatzzahlen gilt Ford in den 60er Jahren als bieder. Verlässlich, aber langweilig. Da hilft auch der Ford Mustang nicht, der im Grunde nur eine Mogelpackung ist. Sieht nach Sportwagen aus, aber unter der Haube reicht es nur zum Mittelmaß. Ganz anders Ferrari. Hier wird jedes Teil in Handarbeit gefertigt. Das 24 Stunden Rennen von Le Mans in Frankreich gilt als Krone des Rennsports und Ferrari gewinnt jedes Jahr. Kein Wunder also, dass der englische Filmtitel „Ford v Ferrari“ lautet.

© 2019 Twentieth Century Fox

Doch das Ganze hat für Ferrari auch eine Kehrseite, denn so viel Liebe ist teuer. Sie brauchen einen Partner, also warum nicht zusammenarbeiten? 1966 dann das große Treffen, doch Enzo Ferrari lehnt ab. Er will die vollständige Kontrolle behalten und vertraut den Amerikanern nicht. Der italienische Bruder Fiat übernimmt Ferrari. Und Ford kocht vor Wut. Amerikaner können keine Autos bauen? Amerikaner können höchstens NASCAR fahren? Es reicht – Ford zieht in den Krieg.

Wir sind leichter.

Wir sind schneller.

Und wenn das nicht reicht, sind wir gemeiner.

© 2019 Twentieth Century Fox

Matt Damon spielt Carroll Shelby, einen texanischen Konstrukteur, der Ford auf das richtige Gleis hievt. Doch erst Christian Bale als Fahrer Ken Miles versorgt den Film mit einer authentischen Figur, die einen in den Film hinein zieht. Bale war für mich noch nie ein Saubermann ala Batman oder John Connor. Jetzt spielt er endlich einen Mistkerl, der Schraubenschlüssel wirft und sich von niemandem sagen lässt, was einen Sieger ausmacht. Ölverschmiert und kurz davor, Haus und Hof zu verlieren. Und trotzdem: Keine Kompromisse. Nur ein Mann kann so ein Auto bauen, es fahren und überleben. Ken Miles.

© 2019 Twentieth Century Fox

Le Mans ist ein 24 Stunden Rennen. Eine Runde dauert unter 4 Minuten. Kein Asphalt, keine Leitplanken und wenn es den Motor nicht frisst, dann die Bremsen. 24 Stunden. Das heißt nachts siehst du keine 10 Meter weit. Autos tauchen im Dunkeln vor dir auf, du bist müde, hungrig und was auch immer schief gehen kann, geht schief. Und wir reden hier nicht von einer Spazierfahrt auf der Autobahn. Das ist ein Rennen.

© 2019 Twentieth Century Fox

Zu erwähnen wären außerdem noch die begnadete musikalische Untermalung von Marco Beltrami und ein Filmschnitt, der einem das Gefühl für die Hölle von Le Mans gibt. Der Film wurde bereits am 30. August beim Telluride Film Festival gezeigt und gilt als einer der besten Filme des Jahres. Mit einem Fokus auf die Menschlichkeit, viel Humor und dem Ideal amerikanischer Dickköpfigkeit, haben wir hier eine Kampfansage, der sich nur wenige hätten stellen können. Carroll Shelby und Ken Miles haben es getan. Und wie.

Ab dem 14. November in den deutschen Kinos

Trailer:


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Über den Autor

Daniel Niedermayr

Daniel Niedermayr

Hallo! Mein Name ist Daniel (34) und ich bin leidenschaftlicher Trekkie. Und Brony. Und Pädagoge. Und… ach, lassen wir das. An Filmen fasziniert mich die menschliche Vorstellungskraft. Nicht nur was die Größe und Details der imaginären Welten angeht, sondern die Botschaften. Man mag so manchen Film für oberflächliche Unterhaltung halten, doch haben sie für den Ein oder Anderen einen maßgeblichen Einfluss. Ist das gut? Ist das schlecht? Es ist keins von beiden. Es ist das, was wir daraus machen. Und daher schreibe ich Reviews.

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